Kowalski, Berlin und Malaguena

Das Jahr der sogenannten `Neuen deutschen Welle`, mit dem unser Sound nun gar nichts zu tun hatte. Dementsprechend war die Reaktion der deutschen Medien.
Wir wurden Größenwahnsinnige, Neonazis und arrogante A..löcher beschimpft und suchten unser Heil im Ausland. So tourten wir zusammen mit John Lydon`s Publik Image Limited (PIL), Spear of Destiny und Siouxie § the Banshees, spielten die größeren Festivals wie Roskilde, Pandoras Box und traten nur selten in Deutschland auf. Doch trotz guter Resonanzen gerade in England und Holland verkauften wir nur relativ wenig Tonträger und wurden so angreifbar, was schließlich zu erheblichen Problemen mit der deutschen Virgin führte.

Bereits die 2. Platte `Zigeunerbaron` erschien bei SPV ,einem Hannoveraner Metallabel mit dem wir uns schon nach kurzer Zeit überwarfen und wieder auseinandergingen. Dies alles führte letztlich auch zum Knacks innerhalb der Band und ich ging schwer frustriert nach Hamburg, wo ich mit Volker M. Ahrendt `Kinder aus Stein` für`s Kino drehte. Danach ging ich weiter nach Berlin 1984, wo ich mich nach neuen Musikern für eine neue Band umsehen wollte.

Enttäuscht musste ich feststellen, dass dieses Vorhaben nur sehr schwer zu realisieren war. So verdiente ich meine Miete im Nachtgeschäft als Barkeeper und Türsteher, bis ich nach 2 Jahren genug hatte, meinen Job zur Verfügung stellte und mich noch in der selben Nacht daran machte, die nach all den Rückschlägen logische Idee einer Solokarriere aufzugreifen. Ich ging in mein Stammcafé Savigny und schrieb `Malaguena`.

Noch in der selben Nacht organisierte ich einen Übungsraum in Bochum, Musiker und Equipment und packte meinen Koffer. Innerhalb eines Wochenendes nahmen wir mit einem Recording Walkman 3 Songs auf und auf dem Rückweg nach Berlin besuchte ich abends spät meinen alten Verleger Walter Holzbauer und spielte ihm das Tape vor.
Er griff direkt zum Telefon und am nächsten Mittag traf ich mich mit ihm und meinem alten Spezi Udo Lange von Virgin Records in meiner bescheidenen Hütte in Berlin und unterschrieb meinen ersten Solovertrag.
Produzieren sollte abermals Conny Plank, der sein Studio noch in der selben Woche zur Verfügung stellte. Ich denke ,das war Rekordzeit. Die Scheibe lief wie Schmitz` Katze im Radio rauf und runter, dass es schon fast peinlich war und das Leben war wieder eine Freude, nur – die Auslieferung der Scheibe ließ auf sich warten. Sie war schlicht nirgends zu kaufen und als der ganze Hype vorbei war und die Platte endlich ausgeliefert wurde, war auch das Interesse dahin und ich verkaufte nur noch eine lächerliche Stückzahl.