Studium, Kneipe, Bands und erster Film

Mein Vater überredete mich zum Bergbaustudium in Aachen.
Ich machte meine Beflissenenzeit in Gelsenkirchen – Buer auf der Zeche Hugo, wo ich als extrem Langhaariger nur wenig Freunde fand. Das Studium in Aachen war ein Dilemma und riesiges Missverständnis. Nicht zuletzt wegen meiner unglücklichen Beziehung zu meiner zurückgelassenen Freundin Beate, zeigte sich recht schnell, dass die Naturwissenschaften nicht mein Ding, Aachener Studenten nicht mein Publikum, Verbindungen und Burschenschaften ein Greuel und dieses ganze beschissene Bergbaustudium ein einziger Alptraum war.

So ging ich zurück nach Bochum, lieh mir Geld zusammen und kaufte meine erste Kneipe, einen ehemaligen Jazzclub, Name: “Spektrum”.
Hier veranstaltete ich Konzerte u.a. mit den Einstürzenden Neubauten, Extrabreit oder Jürgen Zeltinger, coproduzierte Theaterstücke mit meinen Bochumer Spezies wie Claude O. Rudolph und Ralph Richter und trat natürlich des öfteren selbst bzw. mit meiner Band auf.

Nebenbei studierte ich Sport und Englisch an der Ruhr Uni Bochum.

Verhängnisvollerweise musste ich mich natürlich auch mit den gemeinen Aufgaben eines Gastronom`s befassen, was mir auf Grund meiner Unerfahrenheit größte Schwierigkeiten bereitete und mich letztlich in meine erste saftige Pleite trieb, von der ich mich längere Zeit nicht erholen sollte. Aber wie das Leben so spielt, traf ich auf der Flucht vor meinen Gläubigern auf Musikerkollegen mit denen ich nach einigen Versuchen die Band Kowalski gründete. Etwa zeitgleich bekam ich, wie aus dem Nichts meine erste TV Rolle, eingeleitet durch einen profanen Deal mit dem WDR, für den ich kurz zuvor im Rockpalast bei Peter Rüchel mit meiner Band aufgetreten war. Für den ersten Schimanski Tatort „Duisburg Ruhrort“ suchte Regisseur Hajo Gieß Rocker mit ihren Maschinen, die in dem Film für Qualm und ein wenig Action sorgen sollten.

Dafür, dass ich die Jungs besorgte, sollte ich wiederum eine kleine Rolle als Rockerpräsident bekommen. Und so kam es auch. Ich landete schließlich in Wuppertal, wo ich mit meiner neuen Band probte, bis der Arzt kam. Wir waren super kreativ und entwickelten einen ganz neuen Sound: `Industriemüll` kommt dem vielleicht am nächsten. Mit Conny Plank fanden wir einen top Produzenten, bei dem wir in aller Ruhe und ohne jeden finanziellen Stress aufnehmen konnten.

Seine Kontakte bescherten uns einen Deal mit Virgin Records, die gerade ihre Tochterfirma in München installierten. Gleichzeitig wollte es der Zufall, oder wie auch immer man das unvorhergesehene Ereignis nennt, dass in sein Leben tritt, dass ich den Regisseur Klaus Emmerich kennenlernte, der gerade mit den Vorbereitungen für die 10-teilige Reihe `Rote Erde` beschäftigt war.

Er vertraute mir 36 Drehtage an. Wir drehten in München in den Bavaria Studios. So lag es nahe auch die Coverfotos in der Ruhrgebietskulisse zu schießen. Wir nannten die Scheibe `Schlagende Wetter`, nach dem berühmt gefürchteten Luft-Methangasgemisch, das immer wieder Ursache für viele große Grubenkatastrophen ist und gingen auf Tournee.

Das war 1981.